Ausklang

Nach dem Treffen mit unserer Familie, auf einem Campground bei Silver Creek im Staat Washington, ging es am 14. August zurück nach Seattle. Wir wollten den letzten vollständigen Tag in der Stadt verbringen und hatten, bis auf den Besuch der „Space Needle„, noch keinen richtigen Plan, was wir uns alles ansehen wollen. Es wurde dann eine wirklich sehenswerte Mall in der 6. Straße und natürlich Starbucks. Aber nur einer von mehreren Shops in der Hauptstadt dieser Unternehmensgruppe…

Ein paar Eindrücke dieser beeindruckenden Stadt aus ca. 160 m Höhe:

 

Am späten Nachmittag fuhren wir zurück zum Hotel nach Tacoma, in die Nähe des Flughafens. Dieses Hotel hatten wir zu Beginn der Reise auch schon gewählt, da es nur 3 Kilometer entfernt liegt und gut zu erreichen ist. Hier war jetzt Koffer aus- und wieder einpacken sowie das ausdrucken der Tickets angesagt. Draußen regnete es stark und nachdem alles organisatorische erledigt war, ließen Maria und ich unsere Erlebnisse noch einmal „Revue passieren“…

Insgesamt gesehen, sind wir ca. 5000 km unterwegs gewesen. Eigentlich zu viel für einen Fahrer, selbst wenn man(n) darauf trainiert ist, lange Strecken zurück zulegen. Es gab einige Tage an denen ich keine Lust hatte, aber wenn ich erstmal unterwegs war, ging es dann. Wir haben versucht, alle 2 Stunden eine kleine oder, wenn nötig, eine größere Pause zu machen. Das täglich Gesehene und Erlebte hat uns für die schönen Strapazen entschädigt.

Der von Maria ausgewählte GMC Terrain – mit Allradantrieb – hat uns nicht einmal im Stich gelassen. Es ist eine kommodes Fahren und er hat genug Platz, um zwei große Koffer und den ganzen Kleinkram aufzunehmen. Maria hat täglich, während der Fahrt, gut 1-2 Stunden in ihm geschlafen… :)

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Alles in diesem Blog geschilderte ist eine Momentaufnahme des gerade Erlebten gewesen.

Für Maria und mich war es eine schöne gemeinsame Zeit, die wir ohne große Meinungsverschiedenheiten 😉 verbracht haben. Den größten Eindruck hat bei Maria die Golden Gate Brücke hinterlassen, bei mir war es der Tag in Tofino.

Diese Tour wird uns immer als Vater-Tochter-Reise in schöner Erinnerung bleiben
und wenn sie mal meinen Enkeln davon erzählt, dass sie mit ihrem Vater eine solche Tour gemacht hat, dann ist wieder ein Wunsch von meiner“ Löffel-Liste“ in Erfüllung gegangen…

Und nun die zwei Sätze die ich noch loswerden möchte:

Ich könnte jetzt Urlaub gebrauchen! & Maria, du kannst jetzt ausziehen! 😀

Ich habe dich lieb, Erstgeborene!

Dein Papa.

My Bucket List

… beinhaltet die Dinge, die ich noch tun und sehen möchte, bevor ich den „Löffel abgebe“. 😉

Heute konnte ich einen weiteren Punkt abhaken: einmal mit einem Kleinflugzeug über die Inselgruppen nördlich von Tofino fliegen und dabei Wale aus der Luft beobachten. Hier ist der Beweis:

Und nun die ganze Geschichte:

Wir hatten für heute die „Sea to Sky“ Tour als Erweiterung zur „Hot Springs Cove“ Tour gebucht.
Auf deutsch: Fahrt mit dem Boot in den pazifischen Nationalpark nördlich von Tofino, unterwegs Tiere beobachten, in heißen Quellen baden und dann mit einem kleinen einmotorigen Flugzeug zurück.

Ich sage nur: 8 Grau- und Buckelwale, 5 Weißkopfseeadler, 6 Seelöwen und eine Menge Urlauber auf Schiffen, die aus dem Staunen nicht mehr heraus kamen!!!

Vom auftauchen der Wale haben wir keine Bilder gemacht, nur gefilmt, aber es sind spektakuläre Aufnahmen geworden. Da hat sogar die Bootsführerin ihre Kamera herausgeholt, um für Ihren Arbeitgeber, Jamies Whaling Station, zu fotografieren.

Nach gut 2 Stunden auf dem Ozean, in der Nähe der Küste, erreichten wir unser Ziel, Hot Springs Cove, im Marquinna Marine Park. Damit war das erste Drittel geschafft. Jetzt ging es weiter durch den Regenwald, der schon seit tausenden von Jahren so ist, wie wir ihn heute erleben durften.


Der Weg führt gute 40 Minuten durch beeindruckende Natur, auf einem 1 Meter breiten Holzpfad, der schon für viele Besucher den Anreiz barg, sich zu verewigen:


Und dann waren wir am Ziel des Weges angekommen, den heißen Quellen des Nationalparks. Der weiße Schleier ist aufsteigender Schwefeldampf, der lecker nach faulen Eiern riecht. Er ist an der Quelle so heiß, dass vor Verbrennungen gewarnt wird.


Weiter unten fließt das Wasser über einen kleinen Wasserfall in eine Spalte und von dort in zwei natürliche Becken, die ungefähr einen Meter breit sind. Je weiter wir an den Ozean kommen (ca. 20m), umso angenehmer wird die Temperatur. Am besten ist der natürliche Pool mit direktem Zufluss von kaltem Meerwasser, unten recht warm und oben Überflutung mit kaltem Wasser. Hammer!!! 😀


Nach gut 20 Minuten baden haben wir uns eine schöne Stelle zum Mittagessen gesucht und die anderen Gäste beobachtet. Auf der Insel gibt es nichts was nach Zivilisation aussieht, alles muss man sich mitbringen und alles wieder mitnehmen. Die Toiletten funktionieren durch den natürlichen Zersetzungsprozess, ich denke, ihr wisst wie ich das meine … .

Um 16 Uhr sollten wir am Steg sein, da dann das Flugzeug von Tofino Air auf uns warten würde. Also hat der Sherpa alles wieder eingepackt und aufgeladen und ist der jungen Dame dorthin gefolgt.



Hier gehören eigentlich die beiden Bilder von oben hin.

Den Abend haben wir im Restaurant des Hotels ausklingen lassen, bei gebratenem Lachs und Nudeln mit heimischen Meeresbewohnern für Maria. Dann noch in der Laundry (Wäscherei mit Selbstbedienung) eine Maschine Wäsche gewaschen und getrocknet und dann den Abend mit Radler und Blog schreiben, bei schönstem Wetter, genossen.


Das war’s erstmal von unserer Reise. Morgen fahren wir über Vancouver wieder in die USA, um uns mit unserer Familie zu treffen, die dort ihre Ferien auf einem Campground verbringt.

Am Mittwoch sind wir in Seattle und werden uns die Stadt ansehen, Donnerstag geht es dann 
13:30 Uhr zurück nach Deutschland und Ankunft ist Freitag gegen 11:30 Uhr in Hannover.

Vielleicht schreibe ich noch etwas über Seattle. Auf jeden Fall aber eine Zusammenfassung, denn ich habe noch zwei wichtige Sätze, die ich loswerden möchte. 😀

God’s Waiting Room

… so bezeichnen die Kanadier Vancouver Island…

Ziel des heutigen Tages ist Tofino, ganz im Westen der Insel. Die Fahrt von Victoria führt über den Trans Canada Highway nach Norden bis Nanaimo. Von dort geht es auf der „4“ nach Westen, vorbei an Port Alberni bis nach Tofino und Ucluelet. Heute sind ca. 320km und 5h Fahrt zurückzulegen.
Unterwegs, noch vor Nanaimo, kann Chemainus besucht und bestaunt werden, denn hier gibt es viele Gemälde bzw. Zeichnungen an Häuserwänden, die die Geschichte der Stadt und Westkanadas erzählen. Da es nieselt und ich die Bilder schon gesehen habe, entschließen wir uns zum weiterfahren.
Bei Port Alberni, am Sproat Lake, liegt die Heimat der Flying Tankers. Was sind Flying Tankers? Löschflugzeuge, die z.B. bei Waldbränden und Verkehrsunfällen (siehe Blogeintrag von gestern) mit viel Wasser löschen können.
Maria und ich haben uns auf das Gelände „geschlichen“ um ein paar Bilder zu machen, die man sonst aus der Ferne nicht bekommt. Wir sind aber bald freundlich aufgefordert worden, zu gehen, das es nur für Mitarbeiter gestattet ist dort zu sein…hatten wir total überlesen am Eingangstor.. 😉
Diese Flugzeuge stammen noch aus der Zeit von 1945 bis 1958. In diesem Zeitraum waren sie unter anderem für die US Marine im Einsatz. Hinter dieser Flugzeugkanzel, leider im Bild nicht zu sehen, steht noch eine Maschine im Originalfarbton grau-blau mit taktischen Zeichen. Diese wird vermutlich als Ersatzteilspender „herhalten“. Im Internet findet ihr bei YouTube genug Videos, wie sie im Tiefflug über einem See Wasser aufnehmen. Wie sie löschen, wisst ihr ja schon … 😀
Ein Stunde später erreichen wir dann Tofino. Dieses Städtchen erscheint mir jetzt doppelt so groß wie vor 13 Jahren, überall sind noch Übernachtungsmöglichkeiten in allen Preislagen hinzu gekommen.

Das Wetter lässt uns heute leider im Stich, trotzdem hier ein paar Eindrücke von unserem Hotelbalkon und am/vom abendlichen Strand aus.

Pazifischer Seestern.
Ich sehe Japan! :)

Der morgige Blogeintrag wird wohl erstmal der letzte in dieser Form sein. Es nimmt doch ganz schön Zeit in Anspruch, täglich 1-2 h, bis alle Worte gefunden, Bilder bearbeitet und platziert sind. Die Internetverbindung hier auf der Insel ist so lahm, dass ich 8-10 Minuten je Bild warten muss, bis es auf die Google Blog Server hochgeladen ist. :(

Aber morgen sehen wir Wale, Orcas, Seelöwen, Otter, Bären, Weißkopfseeadler, Nebel und baden in heißen Quellen … oder auch nicht … mal sehen wie es wird. :) Bezahlt haben wir jedenfalls dafür!

Und darüber werden wir auf jeden Fall noch berichten!!! Also, bis morgen.

Victoria

Bevor ihr heute diesen Eintrag im Blog lest, müsst ihr euch unbedingt dieses Video ansehen,
denn so sind die Kanadier!!! 😀

Klick!:  Pragmatische Kanadier! (es öffnet sich eine neue Seite)

Heute bleiben wir in Victoria und verbinden „shopping“ mit „sightseeing“, denn hier geht das alles zu Fuß. Diese Stadt ist mehr europäisch als nordamerikanisch und viel sauberer als alle Städte, die wir in den letzten Tagen gesehen haben. Der Einfluss der Briten ist unübersehbar.

Zuerst war natürlich „shopping“ dran und das Beste für alle, die nicht ohne Onlineverbindung (W-Lan) sein können: fast überall gibt es freien Internetzugang.

Dies ist ein Bild in der Mall „The Bay“,
angenehmes Einkaufen für Mann (Sitzgelegenheiten) und Frau.
Nachdem wir für Maria ein paar Stücke gekauft hatten (sie hat gaaar nichts mehr zum anziehen…),
ging es zum Hafen und damit zum Mittelpunkt dieser schönen Stadt. Hier ein paar Impressionen:

Nach gut vier Stunden besuchten wir noch „Undersea Gardens“ um die Tierwelt,
die die Insel umgibt, anzusehen.

Stündlich gibt es eine „Live Show“, bei der ein Taucher die Tiere vorstellt.

Um das Boot herum sind Container im Wasser angebracht, in denen die Tiere gehalten werden.
Das Wasser des Hafens wird dafür genutzt.

Es gibt natürlich in Victoria noch viel viel mehr zu sehen, z.B. das Royal BC Museum,
Butchart Gardens und die Wale vor der Küste. Um diese zu sehen, kann sich der Besucher von Victoria aus, mit Hilfe von speziellen Veranstaltern, per Zodiac auf See begeben und hoffen, dass er das Glück hat, die Giganten der Meere zu erblicken. Vielleicht haben wir ja bald auch dieses Glück …

Zum Schluss noch ein besonders schönes Bild mit meiner Erstgeborenen. 😉

Twilight! – Highlight?

Heute fing der Tag für uns schon eine Stunde früher an, d.h. wir starteten kurz nach 8 Uhr.
Ziel ist heute Victoria, die Hauptstadt von British Columbia in Kanada. Es sind, mit Fähre gerechnet, genau 12 Stunden geworden, aber das, was wir gesehen haben, ließ uns die rund 550km verschmerzen. Aber der Reihe nach:
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Wir  hatten, auf Wunsch meiner Tochter, die Route so verändert, dass wir über Forks nach Port Angeles zur Fähre nach Victoria fuhren. Hier wurde die „Twilight Saga“ gedreht und alles war damals in heller Aufregung wegen Bella, Edward und Jacob, den Protagonisten der Filme. So leid es uns tut, aber eine Reise hierher braucht ihr nicht unternehmen, denn das, was es zu sehen gibt , enttäuscht eher als das es einem gefällt. Jedenfalls ging es uns so.

Der Hype scheint schon vorbei zu sein, denn die Ausstellung über die lokalen Holzfäller erscheint imposanter… . Wir haben zwei Geschäfte gefunden,  wo es auf den Film bezogene Produkte gibt, aber gekauft haben wir auch hier nichts. Interessanter ist da schon die Straßenkarte von Forks, die zeigt, welche Häuser für die Dreharbeiten genutzt worden. Maria konnte sich an keines der Häuser erinnern, vermutlich wurden sie nur für Innenaufnahmen genutzt. (diese Karte gibt es in der Besucher-Information)

Aber hier und dort gibt es dann doch Hinweise auf Vampire:

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Die anderen Besucher scheinen nicht so kritisch zu sein wie wir, denn in einem Geschäft habe ich zwei gut gebaute (Höhe x Breite) junge Damen gesehen, die ganz verzückt beim Anblick der vielen Werbeartikel mit dem Konterfei der Hauptdarsteller waren. Jeder wie es ihm gefällt, wir waren, wie schon geschrieben, eher enttäuscht.

Aber nicht nur Forks, sondern auch La Push gehörte zu den Drehorten und dahin ging es als Nächstes. Der klein Ort liegt ca. 20 km westlich von Forks, direkt am Pazifik. Und hier waren wir erstmal sprachlos:

Leider kommt das alles durch ein Foto nicht „rüber“, aber so viel Schönheit der Natur macht demütig. Dafür gibt es einen kurzen Videoschwenk am Strand.

Leider mussten wir nach einer halben Stunde weiter, um die Fähre zu erreichen, denn wir hatten einen Platz reserviert. Vor der Abfahrt erhält jeder Reisende eine Karte, auf der der Name usw. eingetragen werden muss. Diese Karte wird dann wieder eingesammelt und den kanadischen Behörden übergeben.

Foto 1

Foto

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Die Überfahrt dauert insgesamt ca. zwei Stunden. Bei schönem Wetter sieht man beide Länder. Heute hüllte sich aber die Küste der USA in Nebel. An Bord gibt es „duty free“ Artikel zu kaufen, hauptsächlich Zigaretten und Alkohol.

Im Hafen von Victoria lag auch noch die Celebrity Solstice, ein Schiff, das auf der Meyer Werft in Papenburg gebaut wurde und was glaubt ihr von wem die Elektromotoren stammen???

Genau, VEM! 😀

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Die Passkontrolle in Kanada beschränkte sich auf: „Woher? Wohin? Wieso? Viel Spass!“ und dann haben wir es geschafft: Wir sind zu Hause! Nein, natürlich nicht, aber Kanada wäre bei mir immer noch das Land der Wahl. Mal sehen, was sich nach 12 Jahren alles so verändert hat, aber dazu in den nächsten Tagen mehr….

Crater Lake

Es regnet leicht, als wir uns heute morgen, gegen 9 Uhr, auf den Weg nach Portland, Oregon machen. Heute liegen ca. 500 km vor uns und unterwegs wollen wir uns etwas Besonderes ansehen, den Crater Lake. Wir hatten uns in Fort Clatsop einen „Annual Pass“ für alle Nationalparks der USA geholt, deshalb mussten wir hier nichts bezahlen, sondern nur den Pass und unseren Reisepass zeigen. Die Rangerin wünschte uns einen schönen Tag und dann ging es auf über 2000m ü.n.N..

Wenn man so hoch in die Berge fährt, fragt man sich: „Wie kommt ein See hierher?“. Die Antwort kommt vom Park Ranger in Form eines Prospektes bei der Einfahrt in den Crater Lake Park: Der Crater Lake entstand vor über 7700 Jahren durch eine gewaltige vulkanische Eruption. Die Caldera, die dadurch entstand, füllte sich über die Jahrtausende mit Schmelz- und Regenwasser. Er ist mit 592m der tiefste See der USA. In den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde der See das erste Mal von „Weißen“ entdeckt, für die indianischen Ureinwohner ist er schon immer ein Teil ihrer Glaubenswelt gewesen.

Auf dem Weg zum See, der über viele Serpentinen führt, kann man weit nach Oregon hineinsehen.
Wald soweit man sehen kann:

„Typisch amerikanisch“ gibt es eine Straße rund um den See, extra für Besucher angelegt. An besonders schönen Stellen gibt es „Vista Points“ (Aussichtspunkte), an denen dann Bilder wie diese entstehen:

Es ist kalt und sehr windig, aber das muss sein:

Es gibt auch Bootstouren und geführte Rundfahrten, bei denen die Geologie erklärt und jeder Aussichtspunkt angefahren wird. Dafür gibt es ein extra Shuttle.

Nachdem wir uns „satt gesehen“ haben und durchgefroren sind, geht es weiter Richtung Westen zur Interstate 5 nach Portland. Nur noch 400 km … . Gestern haben wir über endlose Straßen berichtet, heute möchten wir den amerikanischen Straßenbauern unsere Hochachtung aussprechen:
28km gerade Straße, unglaublich!!!

Unendliche Weiten

Nach einem typisch amerikanischen Frühstück (Buttermilch Pancacke mit Ahorn Sirup und French Toast) geht es bei schönstem Sonnenschein Richtung Staatsgrenze nach Nevada. Vor uns liegen heute ca. 500km, ohne geplante „Highlights“, nach Klamath Falls im Südosten Oregons.

Ein paar Minuten nach der Abfahrt haben wir uns noch von Lake Tahoe verabschiedet.
Die Fahrt führt weiter durch die Berge, in die, aus vielen Western bekannte Stadt, Carson City und von da aus weiter nach Reno, der angeblich „Größten Kleinstadt der Welt“.
Die Natur verändert sich wieder sehr schnell, nach dem wir Reno in Richtung Norden passiert haben: Prärie soweit wir sehen können. Das Thermometer zeigt über 30°C auf über 1300m ü.n.N..
Die nächsten drei Stunden hat der Tempomat das Fahren übernommen, denn die Landstraße führt gut 150 Meilen nur durch Ödland. Manchmal sieht man links und rechts des Wege verbrannte Flächen, aber sonst nichts – kein Tier und keine Menschen. Autos nur hin und wieder.
Die Strecke führt durch die Bundesstaaten Nevada, Kalifornien und Oregon. Weiter im Norden, nachdem wir die Staatsgrenze nach Kalifornien überfahren hatten, kamen wir in eine Polizeikontrolle.
Mein Puls hatte sich schnell wieder beruhigt, nachdem mir ein weiblicher Police Officer freundlich „How are you?“ zurief und fragte, ob wir Essen und/oder Gemüse mitführen würden, welches wir verneinten. In Kalifornien ist es verboten, Gemüse aus anderen Bundesstaaten einzuführen….
Es wurde immer trostloser, bis wir einen Subway Laden in einem kleinen Ort fanden, um Mittagspause zu machen. Danach wurde es endlich besser: Bäume!!!! 😀 Die Straße auf dem Bild darunter reicht bis zum Horizont! Einmal habe ich eine kleine Gruppe, vermutlich frei lebender, Bisons gesehen, sonst nur das hier:
PS: wir sind wieder an 2 Gefängnissen vorbei gefahren … 😉

The Man in Black

… war Johnny Cash, der am 12. September 2003 starb. Im Januar 1968 gab er sein unvergessenes Konzert im Bundesgefängnis von Folsom. Hier führt uns heute ein kleiner Abstecher hin, da Folsom auf dem Weg nach South Lake Tahoe liegt. Nein, nein, es wird keine Gefängnistour durch den Westen der USA, aber ich oute mich hiermit als Fan von Johnny Cash…

Die heutige Strecke führt nach Osten auf der Interstate 50 und beträgt ca. 330km. San Francisco liegt noch im Nebel des Ozeans und das Thermometer zeigt 18°C als wir starten. Wir fahren über die Golden Gate Brücke ein Stück nach Norden und biegen dann Richtung Osten ab. Die Natur verändert sich sehr schnell zu trockenem Weideland und keine 100 km weiter sind auf dem Thermometer schon 30°C erreicht. Vor uns liegt Sacramento und kurz danach der Abzweig nach Folsom.
In diesem Gefängnis ist ein Museum, das von ehemaligen Wärtern ehrenamtlich betrieben wird und ein Teil dieser Ausstellung ist Johnny Cash und seinem Konzert von 1968 gewidmet.
Nach einem kurzen Tankstopp ging es weiter in die östlichen Berge von Kalifornien. Die Reise führt eine gute Stunde durch die Pinienwälder des Eldorado National Forest, die einen angenehmen Duft von sich geben. Bevor wir das Ziel der heutigen Reise sehen können, müssen wir noch einen Pass auf
ca. 1430 m ü.n.N. überfahren und dann sehen wir ihn in der Ferne: Lake Tahoe!
Wir haben am südlichen Ende des Sees, in South Lake Tahoe, unsere Übernachtung gebucht. Und nach ein paar Minuten Pause ging es 2 Minuten zu Fuss an den Strand und in’s Wasser. Es ist glasklar und ziemlich kalt. Aber: egal!
Den Totem wollten wir euch nicht vorenthalten:

Welcome to the Rock!

… sagte der ehemalige britische SAS Agent Mason (Jean Connery) zu FBI Special Agent Goodspeed (Nicolas Cage), in dem Film „The Rock – Fels der Entscheidung“.

Heute haben wir das (angeblich) ehemals sicherste Gefängnis der Welt besucht: ALCATRAZ, in der Bucht von San Francisco. Seit im März 1963 die letzten Häftlinge die Insel verließen, wurde hier fast nichts verändert, nur das, was ab den siebziger Jahren für den täglichen Besucheransturm notwendig war. Alles ist perfekt organisiert, vom Online Kartenvorverkauf (wir hatten 2 Monate im voraus die Tour für 9:10 Uhr gebucht) bis zum Merchandising (Andenken). Die Fähren fahren alle halbe Stunde von Pier 33 und wir konnten selbst entscheiden wann wir zurück wollten. Die Überfahrt dauert ca. 15 Minuten.

Auf der Insel erklärt ein Wardener (US Park Aufseher) allen Besuchern, was sie wo erwartet.

Danach muss man den Fels „erklimmen“ um zum Eingang des Gefängnisses zu kommen. Auch hier ist alles auf internationales Publikum vorbereitet: Audio Guides in etlichen Sprachen.

Es ist eine seltsames Gefühl, wenn man in den Zellenblock tritt und die Stimme aus den Kopfhörern hört, die zusätzlich noch von Geräuschen, die wohl im Gefängnisalltag vorkamen, untermalt werden.

Im Grunde wird der Häftlingsalltag anschaulich erklärt, nur auf die besonderen Häftlinge und die Ausbruchsversuche wird speziell eingegangen. Drei von Ihnen gelten heute noch als flüchtig, ihre Flucht gilt als die einzig gelungene – aber jeder nimmt an, dass die 3 in der Bucht ertrunken sind.

Der Herr ganz links ist Al Capone, der wohl berühmteste Gefangene auf dieser Insel. Und wie das Leben manchmal so spielt: wir trafen hier auf seine Nichte, die ein Buch über ihre Familie geschrieben hatte und auf dem Felsen Marketing betrieb. Wo, wenn nicht hier? Da sind natürlich deutsche Besucher besonders willkommen. 😀

Am Nachmittag waren wir noch im „Aquarium of the Bay“. Hier wird eindrucksvoll das Leben unter der Wasseroberfläche der San Francisco Bay dargestellt. Besonders imposant ist der ca. 60m lange Plexiglastunnel innerhalb des Aquariums. Dieser ist natürlich auch automatisiert, d.h. die Besucher stehen auf einem „Förderband“ und werden durch den Tunnel gefahren. Dies hat den Vorteil, dass es keinen Stau gibt. Hier tummelt sich vom Seeigel bis zum Hai alles mögliche an Tieren. Die berühmten Robben auf Pier 39 hat man erst gar nicht dargestellt, die sind vor der Tür live zu sehen.

Zum Abschluss der drei eindrucksvollen Tage in San Francisco, war ich mit Mariechen noch auf der Pier 39 bei einem Italiener essen. Von hier hatten wir einen sehr schönen Ausblick auf die Golden Gate Brücke und Alcatraz, sowie die Robben am Fuße der Pier.

San Francisco in 3 Tagen zu entdecken, ist natürlich nicht realistisch. Wir haben uns auf einige „Highlights“ beschränkt, die, im Nachhinein betrachtet, wirklich sehenswert waren/sind. Wir hatten unser Hotel extra so gewählt, dass wir zum Fisherman’s Wharf  und den angrenzenden Piers nur 5 Minuten zu Fuß unterwegs waren. Alles Andere ist in dieser Stadt super mit dem Auto zu erreichen, aber das ist in den USA wohl überall so.

Auf Wiedersehen San Francisco! :)

Shopping Queen

Heute war für den Chauffeur etwas Ruhe eingeplant: nur eine Stunde hin zum größten Einkaufszentrum von Nordkalifornien und eine Stunde zurück. Die Route führte einmal um die ganze Bucht.

Das war die größte Mall, die wir je gesehen haben, mit über 260 Geschäften! Aber nichts, was man(n) gebrauchen kann. 😉 Für Frauen muss das eigentlich das Paradies sein, eine Boutique neben der anderen … und entsprechend sind auch die Preise. Interessanterweise sieht man fast nur Latinos und Asiaten und was uns immer wieder auffällt: niemanden kümmert es, wie er aussieht und wie er gekleidet ist …
Für mich war der schönste Laden der Apple Store und ich gebe zu, ich konnte mir nicht verkneifen, etwas Kleines zu kaufen: eine iPhone Hülle mit integriertem Akku.
Nach vier Stunden und weiteren Kleinigkeiten für Maria hatten wir keine Lust mehr und machten uns auf den Weg zum heiligsten aller Orte für Mac Besitzer: Apple Inc. in Cupertino, quasi um die Ecke.

Glaubt mir: alle die auch nur ein Gerät von Apple haben, spüren hier die Magie und das Gefühl, dass das Geld in der Tasche weniger wird, einfach nur vom so davor stehen … 😀 😀

Die Fahrt ging dann weiter Richtung Norden zu den Twin Peaks, den höchsten Punkten (281m) von San Francisco, um die Stadt mal „von oben“ anzusehen.

Wir hatten großes Glück, denn Minuten später war durch den Nebel fast nichts mehr zu sehen. Im Bild erkennt man schon oben links die grauen Nebelschleier. In der Mitte des Bildes sieht man die langgezogene Market Street.

Abends sind wir noch mal „zwei Blöcke“ (Straßenecken) weiter zum „Fisherman’s Wharf“ gegangen, um uns unter die Leute zu mischen und für Elli ein paar Geschenke zu kaufen. Hier ist rund um die Uhr was los. Insbesondere die Asiaten bieten hier Krabben und Langusten an, die sehenden Auges zubereitet werden und als Delikatesse gelten sollen. Ich kann mich einfach nicht überwinden …

Link: Fisherman’s Wharf